Schweizer Raclette

Die Geschichte des Original Schweizer Raclettes

Falls Sie bereits bei den Einkaufslisten gestöbert haben, wird Ihnen eines aufgefallen sein: Das Original Schweizer Raclette unterscheidet sich stark von dem Raclette, wie wir es heute kennen. Lediglich vier Zutaten nenne ich Ihnen auf der Einkaufsliste. Und tatsächlich lieben die Schweizer ihr Raclette gerade so schlicht. Nur Käse, Kartoffeln, Gewürzgurken und Silberzwiebeln. Liebhaber eines würzig-scharfen Geschmacks schwören zusätzlich auf eine Prise frisch gemahlenen Pfeffer. Die Geschichte des Raclettes beginnt sogar noch bescheidener. Verschiedene Quellen besagen, dass bereits im späten Mittelalter an Schweizer Lagerfeuern Raclette zubereitet wurde. Dabei genügten ein Käselaib und einige Kartoffeln. Der Raclettekäse wurde mit der Schnittfläche zum Feuer hin ausgerichtet. Nach einigen Minuten konnte die oberste Schicht mittels eines kleinen Tellers oder Brettchens abgeschabt werden. Dazu genoss man Kartoffeln. Einfach, aber unglaublich lecker.

Schweizer Erfindung für Gourmets

Möglicherweise hielten Sie das Raclette zunächst für eine französische Erfindung. Tatsächlich leitet sich das Wort vom französischen „racler“ ab, das so viel bedeutet wie „schaben“ oder „kratzen“. Die Schweizer zeigen bei der Geschichte des Raclettes nicht nur kulinarischen Einfallsreichtum, sondern auch ihre frankophile Seite. Schließlich ist Französisch eine von vier Landessprachen im Alpenstaat. Letztlich trifft es das Wort Raclette auf den Punkt. Egal wie weit Sie in der Geschichte des Raclettes zurückblicken. Beim Original Schweizer Raclette wurde und wird immer geschabt. Auch bei der modernisierten Form, die wesentlich mehr Zutaten enthält, schabt man dennoch den Inhalt aus den Pfännchen.
Echte Puristen: Kartoffeln, Käse, Gewürzgurken und Silberzwiebeln - mehr braucht es für traditionelles Schweizer Raclette nicht.
Echte Puristen: Kartoffeln, Käse, Gewürzgurken und Silberzwiebeln - mehr braucht es für traditionelles Schweizer Raclette nicht.

Vom Lagerfeuer in die Küchen der Welt: Schweizer Raclette

Romantisch ist die Vorstellung des Lagerfeuers, vor dem ein großer Laib Käse langsam schmilzt. Die Anfänge des Schweizer Raclettes sahen ja  auch genauso aus. Anfang des 20. Jahrhunderts schließlich gab man dem Kind einen eigenen Namen. Aus dem bis dato bekannten Bratkäse, wurde im Rahmen einer kantonalen Ausstellung das Schweizer Raclette. Im Kanton Wallis beheimatet, trat das Gericht fortan seinen Triumphzug an. Zunächst in die benachbarten Kantone, dann über die Landesgrenzen hinaus. Und schließlich in die Küchen der Welt.  Die Geschichte des Schweizer Raclettes ist eine echte Erfolgsgeschichte. Und zeigt ein weiteres Mal, dass gerade aus den kleinen Dingen Großes entstehen kann. Heute genießen Menschen überall auf der Welt diese vollmundige Schweizer Spezialität. Vielleicht bald auch Sie?

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Über mich:

Mehr als ein mal im Jahr zelebrieren meine Familie und ich einen Raclette-Abend. Dass es dabei von den verschiedensten Raclettegeräten, bis hin zu diversen Zutaten und Einsatzmöglichkeiten derart viel zu Wissen gibt, veranlasste mich mit dem "Raclette Test" ein Informationsportal zum Thema Raclette und Raclette-Grills ins Leben zu rufen.